Für Paare, die nicht mehr streiten mögen

Wir brauchen eine neue Streitkultur.

Das sagen viele Paare, mit denen wir arbeiten.

Meine erste Antwort darauf ist immer: Das glaube ich nicht.

Warum glaube ich das nicht?

Wollen Sie wirklich streiten lernen?
Und geht es wirklich darum, noch besser zu streiten?

Wohl kaum.

Meine Vermutung, mit der ich fast immer richtig liege, ist folgende:
In einem Paar, das besser streiten können möchte, kämpfen beide Partner darum, besser verstanden zu werden.

Wir wollen verstanden werden, nicht besser streiten können.

Jedenfalls brauche ich mit meiner Frau bei weitem nicht mehr so viel zu streiten, seit ich es gelernt habe, wie ich mich ihr verständlich machen kann.

Das war nicht von Anfang an so. 1997, als wir uns kennengelernt haben, war natürlich zunächst alles wunderbar. Wie bei jedem frisch verliebten Paar. Allerdings hatte ich einiges an Gepäck mitgebracht (vielleicht auch wie bei jedem Paar – nur dass sich die Gepäckstücke unterscheiden).

Da ich einen bereits elfjährigen Sohn mit in unsere Beziehung brachte, hatten wir nach der Verliebtheitsphase, in der die jeweiligen Lebensbedingungen noch keine besonders große Rolle gespielt hatten, jede Menge Streitpotenzial.

Das Leben mit Kindern unterscheidet sich eben doch erheblich vom Leben ohne Kinder. Dazu kam, dass wir beide unsere Zurückhaltungen und Verletzungen aus früheren Beziehungen mit in das gemeinsame Leben brachten.

Ich wollte verstanden werden in meiner Rolle als Vater, dessen Unabhängigkeit in vielerlei Hinsicht eingeschränkt war. Sie wollte verstanden werden mit ihrem Bedürfnis an erster Stelle zu stehen. Das Missverständnis lief genau an dieser Linie entlang. Für mich war das Kind an erster Stelle und alles andere musste dazu passend gemacht werden. Für sie schien es dadurch so, als würde ich nicht richtig hinter der Beziehung stehen und sie nur zweite Wahl sein.

Mit viel Ausdauer unserer langjährigen Ausbilderin im Kommunikationstraining Helga Parkin, die damals noch Helga Schmidt hieß, haben wir uns da herausgearbeitet.

Und das wichtigste Ergebnis war: wir wollen nicht streiten.

Wir wollen verstanden werden.

Das ist die Grundlage funktionierender Kommunikation. Die Sehnsucht nach dem verstanden werden.

Ein Problem, das vollständig verstanden wurde, wird zum Projekt.

Ein Mensch, der sich verstanden fühlt, empfindet Liebe.

Das kann man beides lernen. Ist nicht so schwierig.
Und nicht ganz einfach.

Mit etwas Ausdauer gelingt es.
Auf welche Weise?
Darüber schreibe ich Ihnen gerne mehr.

Hier können Sie den E-Mail-Kurs „Verständigungskultur – Der beste Weg zu funktionierender Paar-Kommunikation“ kostenlos abonnieren.

Herzliche Grüße,
Henning Matthaei

PS: Es gibt eine Vielzahl an Wegbegleitern, die zu dem Wissen beigetragen haben, das wir Ihnen mit diesem E-Mail-Kurs zur Verfügung stellen wollen.

Den Anfang hat die Initiations-Arbeit mit Gregory Campbell gemacht. Er hat in den achtziger und neunziger Jahren ein kraftvolles Programm für Männer entwickelt, das Lebensaufgabe und Integrität zum zentralen Thema machte.

Der Weg der Männer war der Einstieg in ein neues Leben. Sein Erbe wird weiter vertreten von einem Team von Männern, die an verschiedenen Orten Europas den Weg der Männer weiterführen. Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie diese Aufgabe mit Hingabe erfüllen.

Und last but not least: Eine Schar von Paaren, die sich vertrauensvoll an uns gewandt haben, um kleine und große Schwierigkeiten auszuräumen, die in einer Ehe nunmal auftreten können. Sie haben alle dazu beigetragen auszusortieren, was überflüssig ist und das zu raffinieren, was funktioniert.